[play!] Theater

Eckard Bade

Theaterpädagoge, Schauspieler, Clown, Sprecher 

Theaterpädagogisches Manifest

Einleitung

Am 4. Mai 2017 wurde in Berlin das Theaterpädagogische Manifest der Öffentlichkeit vorgestellt. Über zwei Jahre wurde es bundesweit verbands- und organisationsübergreifend erarbeitet und bündelt heute die fundierten Erfahrungen dazu, welche notwendigen und wünschenswerten Rahmenbedingungen nachhaltige theaterpädagogische Arbeit braucht.

Es soll als Leitlinie für Fachkräfte, Kulturschaffende, Auftraggeber, Politiker und Geldgeber die zielführende Kommunikation zu einer solchen Arbeit vereinfachen. Theaterpädagogische Projekte, Kurse und Gruppen sind zwar heute ein wesentlicher Bestandteil kultureller Bildungsangebote und die Qualität theaterpädagogischer Ausbildung ist so hoch wie nie zuvor, aber notwendige Rahmenbedingungen für theaterpädagogische Arbeit sind der Öffentlichkeit noch wenig bewusst.

(einleitende Worte des BuT - Bundesverband Theaterpädagogik e.V.)

Download

Das Theaterpädagogische Manifest kann in der aktuellen Fassung auf den Seiten des Bundesverbands Theaterpädagogik aufgerufen werden:

Link: www.butinfo.de

oder direkt hier heruntergeladen werden:

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Auszug

Öffentliche Wahrnehmung

In der öffentlichen Wahrnehmung gilt theaterpädagogische Arbeit als künstlerisch und sozial zugleich. Sie führt zu eigenständigen Formen künstlerischer Produktion.

Akteur*innen

Theaterpädagogische Projekte stehen allen Gruppen der Gesellschaft zur Verfügung. Die Teilhabe bisher benachteiligter Gruppen wird besonders gefördert.

Finanzen

Als Mindesthonorar für eine theaterpädagogische Zeitstunde gilt 35 € pro Stunde, ein angemessenes Honorar beginnt bei 50 € pro Stunde. Die Gehälter angestellter Theaterpädagog*innen orientieren sich, je nach Institution, an denen von Lehrer*innen oder Dramaturg*innen. Theaterpädagogische Projekte sind mit Sach- und Honorarmitteln inklusive Mitteln für Projektplanung und Verwaltung ausgestattet. Beim Antrag für Projektmittel fließen 5 % der Gesamtsumme in die theaterpädagogische Infrastruktur.

Räume

Theaterpädagogische Arbeit braucht Probenräume und Aufführungsorte. Die Probenräume sind geschützt, sauber und leer. Aufführungsorte müssen zu verdunkeln sein und verfügen über eine betreute veranstaltungstechnische Ausstattung. Sie ermöglichen eine variable künstlerische Nutzung.

Zeit

Die Zeitstrukturen theaterpädagogischer Arbeit sind flexibel und enthalten Intensivphasen. Für eine öffentliche Aufführung sind mindestens zwei Hauptproben am Aufführungsort angesetzt.

Teamstrukturen und Institutionen

Theaterpädagogische Projekte mit einer öffentlichen Aufführung werden nicht von einer Theaterpädagog*in allein betreut. Angemessen sind theaterpädagogische Produktionsteams. Theaterpädagogische Projekte sind in die Alltagsstruktur der jeweiligen Institution gleichberechtigt eingebunden.

Aus- und Weiterbildung

Theaterpädagogische Angebote werden von qualifiziert ausgebildeten Theaterpädagog*innen durchgeführt. Die Aus- und Weiterbildungsgänge an Hochschulen und freien Trägern orientieren sich an gemeinsamen Rahmenrichtlinien.

Standorte

Theaterpädagogik ist kontinuierlich geförderter Bestandteil öffentlicher Kultur und kultureller Bildung.

(Quelle: BuT - Bundesverband Theaterpädagogik e.V.)